Kirche im Raum Aachen
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Eine traurige Tradition und ein Zeichen der Solidarität

Drittes Jahrgedächtnis der LG.Philips-Insolvenz in Aachen

Die Schocknachricht kam vor exakt drei Jahren: Die Aachener LG.Philips Displays Glaswerke meldeten am 27. Januar 2006 Insolvenz an. 380 Frauen und Männer verloren ihre Arbeit. Zum dritten Jahrgedächtnis am Werkstor an der Philipsstraße hatte am Freitag, 30. Januar 2009, das kirchliche Netzwerk Kirche und Betrieb eingeladen, zusammen mit der Gruppe ORGA LG.Philips. Es setzte damit eine traurige Tradition fort.

150 Menschen, darunter auch Regionaldekan Josef Voß und Katholikenratsvorsitzender Anton Meyer, kamen. Am Tor wurden Feuerkörbe entzündet und ehemalige Mitarbeiter von LG.Philips schilderten, wie es ihnen in den letzten drei Jahren ergangen ist. Eine Klagemauer aus 380 Steinen erinnerte an die Lebensschicksale der Betroffenen und ihrer Partner und Familien.

Diese Mauer wurde anschließend in der Pfarrkirche St. Barbara in Rothe Erde aufgebaut. Sie bleibt dort bis Aschermittwoch. An diesem 25. Februar um 19 Uhr gibt es einen Gottesdienst, der die Klagen der betroffenen Menschen zum Thema macht.

Bis heute beklagen viele Betroffene eine mangelnde Unterstützung seitens des LG-Konzerns, bewerten das Schweigen dieses Unternehmens als moralisch untragbar. Manche sehen sogar rechtswidrige Vorgänge.

Einem Großteil der Frauen und Männer ist es auch nach drei Jahren nicht gelungen, reguläre Arbeit zu bekommen. Sie erleben die ganze Dramatik des deregulierten Arbeitsmarktes. Oftmals zerbrechen in der Folge Beziehungen und Freundschaften, werden Betroffene krank, an Körper und Seele.

Die mitveranstaltende Gruppe ORGA LG.Philips legte Wert darauf, mit dem dritten Jahrgedächtnis am Freitag ein Zeichen der Solidarität auch mit anderen Beschäftigten und Arbeitslosen in Aachen zu setzen.

Dieses Zeichen scheint in Zeiten der Wirtschaftskrise umso bedeutsamer. Allein rund um die ehemaligen Glaswerke haben viele Betriebe Kurzarbeit angekündigt, weitere Entlassungen werfen ihre Schatten voraus. Aachen wird weitere Arbeitsplätze verlieren.


Von Thomas Hohenschue

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