Kirche im Raum Aachen
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Annette Lenders und Hannelore Peters mit einem Plakat des Elisabethprojektes

Annette Lenders (l.) und Hannelore Peters möchten viele Frauen begeistern. Die Flyer mit allen Terminenliegen ab sofort in den Regionen aus und sind auf der Internetseite nachzulesen.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 42/2011

Rebellin, Fürstin, Frau und Heilige

Annette Lenders (Bistum) und Hannelore Peters (Region Aachen-Stadt und -Land) zum Elisabethprojekt

Wie ist die Idee zu diesem bistumweiten Frauenprojekt entstanden?

 

Annette Lenders: Die Frauenseelsorge im Bistum möchte im Elisabethprojekt mit den Regionen gemeinsam an einem Thema arbeiten und deutlich machen, wie vielschichtig die Arbeit ist. Wir versuchen alle zwei Jahre ein solches Projekt zu realisieren und suchen dabei nach möglichst großer Nähe zu den Frauen vor Ort.

 

Hannelore Peters: Aus der Idee, etwas zu Elisabeth von Thüringen zu machen, ist dann die Idee entstanden, als Termin ihren Namenstag am 19. November aufzugreifen, um den herum sich alle Aktivitäten konzentrieren.

 

Warum gerade die heilige Elisabeth? Was fasziniert Sie persönlich an ihr?

 

Annette Lenders: Die heilige Elisabeth ist eine interessante Frau, die auch viele Impulse für heutige Frauen gibt. Elisabeth ist außerdem immer noch ein weit verbreiteter Vorname.

 

Hannelore Peters: Sie ist eine Frauenfigur mit vielen Anknüpfungspunkten. Ihre Lebensgeschichte umfasst: Jugendliebe, Ehe, Mutterschaft, Witwenschaft, Trauerprozess, dann Trennung von Familie und die eigene Berufung zu suchen und zu finden. Und dieser große Bogen spielt sich in einem rasant kurzen Leben von 24 Jahren ab. Der spirituelle Impuls, der von ihr ausgeht, ist, dass sie konsequent ihrer inneren Spur gefolgt ist.

 

Annette Lenders: Es ist faszinierend, wie viele verschiedene Pole sie in ihrem Leben vereint. Sie war mächtige Landesfürstin von Thüringen, eine gleichberechtigte, selbstbewusste Partnerin und Ehefrau, hatte Reichtümer, war politisch aktiv und hat das als Chance genutzt, ihren Glauben zu leben. Auf der anderen Seite hat sie ihre Reichtümer verschenkt, sich in einfache Verhältnisse begeben und den Menschen gedient, auf Augenhöhe.

 

Wie ist das Projekt aufgebaut?

 

Annette Lenders: Es ist ein bistumsweites Projekt mit regionalem Gesicht über die jeweiligen Frauenseelsorgerinnen. Sie haben das Thema ganz individuell mit ihren Ideen und Ansätzen aufgegriffen. Es gibt ja unterschiedliche Möglichkeiten sich zu erschließen, wer hinter Elisabeth steckt: Rebellin oder Heilige? Jede Kollegin hat da ihren Ansatz, was dieses Projekt gerade so vielfältig und spannend macht. Wichtig war uns, nah vor Ort zu bleiben, um die Frauen zu erreichen.

 

Hannelore Peters: Das wirkt immer auch in die örtliche Frauenarbeit hinein. Wichtig ist, wer sind die Trägerinnen vor Ort in den Gemeinden, Frauenseelsorgerinnen, Frauenverbände wie die KFD und so weiter. Da gibt es Interesse und Bereitschaft, da ist etwas auf den Weg gekommen.

 

Daraus hat sich eine Vielzahl an Veranstaltungen rund um das Fest der heiligen Elisabeth entwickelt. Was gehört alles dazu?

 

Hannelore Peters: Im Aachener Raum ist sehr stark die Idee der „Geh-hin-Bewegung“ aufgegriffen worden, sich in Berührung zu bringen zu anderen Milieus. Die sind oft durch Ekelschranken getrennt. Elisabeth hat sie überschritten. Außer diesen sozialen Projekten gibt es viele ganz unterschiedliche Ansätze, wo Frauen sich begegnen und sich mit Elisabeth auseinandersetzen.

 

Annette Lenders: Es gibt inhaltlich so viele verschiedene Ankerpunkte, zum Beispiel Trauerarbeit, Elisabeths sozialkritische Wirkung in der Gesellschaft oder kreativ mit ihren Rollen als Ehefrau, Mutter und Landesfürstin zu arbeiten. Auf der Burg Nideggen, bei der Veranstaltung der Regionen Düren und Eifel, wird Weihbischof Johannes Bündgens teilnehmen und das Projekt eröffnen. Das freut uns sehr, weil es unterstreicht, dass Frauenseelsorge im Kontext des Bistums auf dem Weg ist.

 

Das Interview führte Andrea Thomas.

 

Hauptveranstaltungen Elisabeth-Projekt

 

Düren und Eifel

Elisabeth – Neuentdeckung einer Heiligen in mittelalterlichen Mauern, 19. November,

14–19 Uhr, Burg Nideggen. Kontakt: Astrid Sistig, Tel. 02472/9099680 und Anja Joye, Tel. 02472/803342

 

Kempen/Viersen

Elisabeth von Thüringen: Rebellin und Heilige, Film, Kreativwerkstatt und Liturgie, 20. November, 14.30–19 Uhr, Cyriakushaus, Grefrath. Kontakt: Christiane Parlings, Tel. 02158/4045362

 

Heinsberg

Kreativwerkstatt in der Burg Hückelhoven mit anschließender gemeinsam gestalteter Liturgie, 19. November, 10–17 Uhr. Kontakt: Sabine Mevissen, Tel. 02454/969600

 

Krefeld

„Vielen Dank für Brot und Rosen“ – Eine Hommage an Elisabeth von Thüringen in Worten, Bildern und Musik, 19. November, 20 Uhr, Ökumenische Begegnungsstätte, Krefeld-Hüls. Kontakt: Stephanie Denter, Tel. 02151/730397

 

Aachen-Stadt und -Land

Elisabeth-Fest: Frauenliturgie, Theater, Begegnung, 19. November, 16 Uhr, Citykirche St. Nikolaus Aachen. Kontakt: Hannelore Peters, Tel. 0241/4790129

 

Mönchengladbach

Elisabeth – Heilige und soziale Reformerin?, 19. November, 14–18 Uhr, Citykirche Alter Markt, Mönchengladbach. Kontakt: Ingrid Scholz, Tel. 02165/879614

 

www.frauenseelsorge-aachen.de


Von Andrea Thomas

Veröffentlicht am 19.10.2011

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