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SkF Aachen sucht Pflegeeltern

Ob von Eltern oder Pflegeeltern: Kinder brauchen Liebe.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 08/2016

Wertvolle Alternative zur Adoption

Sozialdienst katholischer Frauen sucht Pflegefamilien für Kinder, die nicht bei ihren Eltern leben können

„Ein Pflegekind ist eine Lebensentscheidung“, sagt Marion Scheins. „Vielleicht passt das nicht mehr in unsere Zeit“, mutmaßt die Sozialpädagogin vom Pflegekinderdienst des SKF in Aachen über das rückläufige Interesse daran, ein Pflegekind auf Dauer aufzunehmen.

 Vielleicht spiele auch eine Rolle, sagt ihre Kollegin Birgit Capellmann, dass Familien mit Pflegekindern „öffentliche Familien“ seien: „Da mischt das Jugendamt mit, und auch wir vom Pflegekinderdienst tauchen immer wieder auf. Viele Dinge, zum Beispiel, wenn es um Taufe und Religion geht, müssen mit den leiblichen Eltern abgestimmt werden, zu denen es einen regelmäßigen Kontakt geben soll.“ Schließlich habe jedes Kind ein Recht darauf zu wissen, wo es herkommt, wo seine Wurzeln sind, sagt Marion Scheins. Für ein Pflegekind interessierten sich oft Menschen, die ursprünglich ein Kind adoptieren wollten, berichtet Birgit Capellmann. „Sie haben gemerkt, wie schwierig es ist, ein Kind zu adoptieren, und sie überlegen dann, ein Pflegekind aufzunehmen. Das ist auch völlig in Ordnung.“ Wobei Marion Scheins auch deutlich klarstellt: „Wir suchen Eltern für Kinder und nicht Kinder für Eltern.”

 

Gleichgeschlechtliche Paare sind auch gefragt

Pflegekinder können auch von Alleinstehenden oder gleichgeschlechtlichen Paaren aufgenommen werden. Wer nach dem Informationsabend (alle zwei Monate) wirkliches Interesse hat, muss zunächst viele Unterlagen vorlegen. Dazu gehören Führungs- und Gesundheitszeugnis, Lebenslauf und ein Überblick über das Einkommen. Danach besuchen die beiden Sozialpädagoginnen die Interessenten. „Wir wünschen uns“, sagt Birgit Capellmann, „dass das Pflegekind möglichst ein eigenes Zimmer hat, ein gutes soziales Umfeld mit kinderfreundlicher Nachbarschaft sowie Kindergarten und Schule in der Nähe.“

Wenn alles passt, werden die Interessenten zu einer Schulung eingeladen, die sich über mehrere Tage erstreckt. Da sei viel Selbsterfahrung dabei, sagt Marion Scheins. Birgt Capellmann ergänzt: „Wir sehen, wie die Leute auf bestimmte Situationen reagieren.“„Letztlich möchten wir mit den Bewerbern zu einer Vermittlungsvereinbarung kommen“, erklärt Marion Scheins. Darin können Pflegeeltern je nach ihren individuellen Gegebenheiten Angaben machen zum Alter des Kindes, das sie aufnehmen möchten, seine Vorgeschichte und Herkunftsfamilie sowie seinen gesundheitlichen Zustand. Dadurch soll vermieden werden, dass Pflegeeltern ein Kind bei sich aufnehmen, das sie überfordert oder mit dessen Geschichte sie nicht umgehen können. Birgit Capellmann: „Manche Pflegekinder brauchen besondere Therapien, besondere Zuwendung und besonders viel Geduld und Kraft im Alltag von den Pflegeeltern.“

 

Alles wird getan, damit die Pflegefamilie funktioniert

„Paare entscheiden sich für ein Pflegekind“, weiß Birgit Capellmann, „wenn ein Kind wirklich ihr Herzenswunsch ist. Bei der ersten Begegnung mit dem Kind merken wir sehr schnell, ob die Chemie stimmt. Die machen das dann wirklich aus vollem Herzen, kennen die Umstände und wissen auch, dass sie eine öffentliche Familie sind.“ Der enge Kontakt mit dem Pflegekinderdienst, laufende Beratung und Fortbildung sind dann keine Last, sondern werden gern in Anspruch genommen und helfen dabei, ein Kind optimal zu fördern. Marion Scheins: „Wenn ein Kind eine Familie gefunden hat, setzen wir alles daran, dass das funktioniert.“ Der nächste Informationsabend findet statt am 6. März um 19.30 Uhr im Verwaltungsgebäude Mozartstraße 2–10, Raum 207. Auskunft gibt es unter Tel. 0241/470450.

 

Zitiert

"Wir suchen Eltern für Kinder und nicht Kinder für Eltern."

Marion Scheins Pflegekinderdienst des SKF


Von Paul Heesel

Veröffentlicht am 17.02.2016

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