Kirche im Raum Aachen
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Frauen aus der Aachener Region bereiten sich auf den diesjährigen Weltgebetstag der Frauen vor

Gemeinsam erarbeiten die Teilnehmerinnen das diesjährige Titelbild.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 09/2016

Lesung, Lieder und Landeskunde

Frauen aus den Aachener Regionen haben sich auf den Weltgebetstag am 4. März und Kuba vorbereitet

Kuba ist spannend. Vieles ist im Wandel, seit die USA und Westeuropa begonnen haben, ihre Blockadepolitik zu lockern. Die Menschen hoffen auf bessere Lebensperspektiven, doch sie fürchten auch, ihre hart erkämpfte nationale Eigenständigkeit zu verlieren.

Edelgard Erwig war vor einem Jahr auf Kuba, dem diesjährigen Partnerland des Weltgebetstags (WGT) am 4. März. In der ökumenischen Vorbereitungswerkstatt für den Tag schildert sie den Teilnehmerinnen aus Aachen-Stadt und -Land ihre Eindrücke: „Kuba hat sehr viel zu bieten. Viele Touristen reisen gerade jetzt dorthin, weil sie neugierig darauf sind, aber auch weil sie das Gefühl haben, dass das Land bald vielleicht nicht mehr so sein wird“, sagt sie.

Großelterngeneration gibt den Glauben weiter

Besonders fasziniert hat sie Havanna. Vieles sei heruntergekommen, doch man sehe, wie reich die Stadt einmal war. Und dann die Musik überall auf den Plätzen der Altstadt. Ausdruck der Lebensfreude der Menschen, die ihnen auch die Wirtschaftskrise, die mit dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa in den neunziger Jahren kam, nicht hat nehmen können. „In dieser schwierigen Zeit waren besonders die Frauen gefordert, mit Einfallsreichtum ihre Familien durchzubringen. Das hat auch das Miteinander gefördert.“
Die Geburtenrate ist niedrig, die Zahl der älteren Menschen und mit ihr die Altersarmut hoch. Hier engagiert sich auch die Kirche, unter anderem mit Suppenküchen. Nach der Revolution war Kuba atheistisch. Nun nimmt die Bedeutung von Kirche und Glaube für die Menschen wieder zu und wird gerade wegen ihres sozialen Engagements auch wieder akzeptiert. „Großeltern geben ihren Glauben nun an ihre Enkel weiter. Die Generation dazwischen tut sich eher schwer damit“, schildert Edelgard Erwig ihren Eindruck.



Werkstatt gibt Anregung für die Gottesdienste

Neben Landeskunde bietet die Werkstatt den Frauen aus den verschiedenen Vorbereitungsgruppen vor Ort Anregungen für die Gottesdienstgestaltung. Sie bearbeiten die Texte der Lesung und des Evangeliums  und überlegen, wie sich das Motto oder das von einer Künstlerin gestaltete Titelbild anschaulich in den Gottesdienst einbinden lässt. „Wir haben ein Treffen mit allen, die aus unseren Gemeinden mitmachen. Da verteilen wir dann, wer was macht: Landeskunde, Lesung, Lieder. Wir haben sogar einen kleinen Projektchor“, erzählt Claudia Bosten aus St. Heinrich in Aachen-Horbach.

Als Idee aus der Werkstatt nimmt sie mit, das Evangelium „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“ als lebendiges Bild nachzustellen. „Dabei geht es nicht nur um Kinder, sondern um alle, die am Rand stehen. Das so hervorzuheben, soll zum Nachdenken anregen“, erklärt sie, was ihr daran gefallen hat. „Ich bin dankbar, dass wir die Gelegenheit haben, bei der Veranstaltung viel über Land und Leute zu erfahren. Sie bereichert mich immer sehr“, sagt Ulrike Strüder, Vorsitzende der KFD in Aachen-Land. Als hilfreich empfindet sie, dass die Lieder jedesmal speziell einstudiert werden. So trauten sich die Vorbereitungsgruppen, sie auch im Gottesdienst einzusetzen. Was diesmal auch heißt, ein bisschen kubanisches Lebensgefühl einfließen zu lassen.

Termine zu den WGT-Gottesdiensten am 4. März finden Sie in den Pfarrnachrichten.


Von Andrea  Thomas

Veröffentlicht am 24.02.2016

 
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